Stephan Machac


GRAVITATIONAL WAVES (WITHOUT GRAVITY TEARS DON‘T FALL)


2016 - 3D Simulation HD Video -16:9 - Sound - 02:23 Min


»...if we could figure out what gravity is. We don‘t know. We can measure it. We can do the math that shows the attractive force between two bodies due to gravity. But we don‘t know what causes it. And we have no control over it. « (Astronaut Chris Hadfield talks to Thomas Drayton, Al Jazeera America, 08.01.2015)

GRAVITATIONAL WAVES (WITHOUT GRAVITY TEARS DON’T FALL) ist eine Simulation zweier schwarzer Löcher, die umeinander kreisen und mit ihrer Kollision eine Gravitationswelle verursachen. Das für die Tonspur verwendete Soundsample – ein dunkles Krachen, das den Magnetfeldern in einer MRT-Röhre ähnelt – wurde vom Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory (LIGO) veröffentlicht als exakter Frequenzbereich der Gravitationswelle, die am 14. September 2015 gemessen wurde und an diesem Tag die theoretische Annahme Albert Einsteins bestätigte, wonach im Universum Gravitationswellen existieren, die aus einer kaum vorstellbaren Entfernung Kräfte auf die Erde richten. Seit 1916 war diese Kraft nur Theorie, jetzt gilt sie als real, als Beeinflussung von Raum, Materie und Zeit.
Die Entscheidung, eine generierte Simulation über die Entstehung der Gravitationswelle als künstlerische Arbeit zu produzieren, entstand aus Überlegungen zu fotografischen Darstellungs- und visualisierten Gedankenprozessen – darüber, was mit fotografischen Bildern dargestellt oder gedacht werden kann und wie Lichtwellen – Mittel der Fotografie und bisheriges Mittel zur wissenschaftlichen Erforschung der Außenwelt – in Relation zur heutigen Forschung treten. Es geht um die medienphysikalische Frage, inwieweit das Lichtwellen aufzeichnende Medium der Fotografie sich als Transmitter für Lichtwellen schluckende schwarze Löcher und für Gravitationswellen eignet, somit um die Darstellbarkeit, deren Simulation und deren Projektion. In der projizierten Simulation von GRAVITATIONAL WAVES werden Lichtwellen generiert und diese transportieren die visuellen Überlegungen. Anders als in Fotografie oder Film gehen sie nicht von etwas aus, das zuvor mit einer Kameralinse aufgezeichnet wurde, sondern sie entstammen einer unmittelbaren visuellen Vorstellung.

 

Text: Susanne Titz


Installation view Museum Abteiberg - 2016


Installation view - Gallery Weekend Berlin - 2017