Stephan Machac


GRAVITATIONAL WAVES (WITHOUT GRAVITY TEARS DON'T FALL) - Volume 2, 2022


2022 - 16mm Filmtransfer - 4:3 - Sound - Länge: 02:52 Min.


„…if we could figure out what gravity is. We don't know. We can measure it. We can do the math that shows the attractive force between two bodies due to gravity. But we don't know what causes it. And we have no control over it." (Chris Hadfield, ISS Astronaut, talks to Thomas Drayton, Al Jazeera America, 08.01.2015)

 

Die Arbeit GRAVITATIONAL WAVES aus dem Arbeitskomplex WITHOUT GRAVITY TEARS DON'T FALL ist eine Simulation zweier schwarzer Löcher, die bis zu ihrer Vereinigung umeinander kreisen. Während dieser Aggregation senden sie eine Welle in den Raum.
Das für die Tonspur der Arbeit verwendete Soundsample, wurde vom Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory (LIGO) veröffentlicht und stimmt in seinem Frequenzbereich mit der am 14. September 2015 auf der Erde gemessenen Gravitationswelle überein.

 

Im Februar 2016 veröffentlichte das LIGO die Messdaten der am 14. September 2015 erstmals nachgewiesenen Gravitationswelle. Am 15. Juni 2016 wurde die Messung einer zweiten Gravitationswelle vom 26. Dezember 2015 bestätigt. Die Messungen dieser Wellen beweisen erstmalig eine theoretische Annahme Albert Einsteins aus dem Jahre 1916 über die Existenz von Gravitationswellen, die das Universum durchlaufen.

 

Die gemessenen Gravitationswellen entstanden in einer ungefähren Entfernung von 1.4 Millionen Lichtjahren durch die Verschmelzung zweier schwarzer Löcher zu einem. Eine Gravitationswelle beeinflusst bei ihrer Reise durch das Universum nicht nur Raum und Materie sondern auch die Zeit.

 

Die Arbeit GRAVITATIONAL WAVES ist eine Interpretation dieses Ereignisses, bei dem, in einer kaum vorstellbaren Entfernung, eine Kraft erzeugt wurde, die eine Wirkung auf die Erde ausübt. Diese Kraft wurde 100 Jahre lang nur als theoretische Annahme behandelt wird aber nun als real bezeichnet.

 

GRAVITATION WAVES verweist auf die Schnittstelle zwischen theoretischer Annahme und der Akzeptanz einer realen Wirkung, durch den Nachweis einer Kraft, die zuvor nur theoretisch existierte. Bisher wurde unsere Außenwelt hauptsächlich durch die Aufzeichnung von Lichtwellen erforscht. Die nun nachgewiesene, reale Existenz von Gravitationswellen eröffnet ein neues Spektrum die Außenwelt zu erforschen.

 

Die Entscheidung, eine generierte Simulation über die Entstehung der Gravitationswelle als künstlerische Arbeit zu entwickeln, entstand aus Überlegungen über fotografische Darstellungs- und  Gedankenprozesse, darüber was mit fotografischen Bildern dargestellt oder gedacht werden kann. In wie weit eignet sich das Lichtwellen aufzeichnende Medium des Films oder der Fotografie hier als Transmitter für Lichtwellen schluckende schwarze Löcher. Erst durch die projizierte Simulation von GRAVITATIONAL WAVES werden Lichtwellen generiert, die visuelle Überlegungen transportieren, die nicht von etwas ausgehen das vorher mit einer Linse aufgezeichnet wurde, sondern aus einer unmittelbaren visuellen Vorstellung stammen.
In dieser Version II der Arbeit von 2022 wird die Computersimulation auf eine analoge materielle Trägeroberfläche transferiert. Für die Darstellung menschlicher audiovisuelle Sinneswahrnehmung als Quelle für Erfahrung und Erkenntnis, ist in dieser Fassung der filmischen Arbeit, der Blick ins Licht mit geschlossenen Augen und die Visualisierung von physischem Druck auf unser Sehsystem, eine intendierte Assoziation um eine Energie darzustellen und vielleicht vorstellbar werden zu lassen, die in einem Bereich außerhalb unserer bekannten Außenwelt entsteht und auf uns wirkt.

 


Stephan Machac GRAVITATIONAL WAVES (WITHOUT GRAVITY TEARS DON'T FALL) - Volume 2, 2022 2022 Installation view - GRAVITATIONAL WAVES (WITHOUT GRAVITY TEARS DON'T FALL) Volume 2, 2022

Installation view - GRAVITATIONAL WAVES (WITHOUT GRAVITY TEARS DON'T FALL) Volume 2, 2022


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Installation view - GRAVITATIONAL WAVES (WITHOUT GRAVITY TEARS DON'T FALL) Volume 2, 2022